Galektine und Toxine

  Galektine und Toxine Urheberrecht: L. & F. Biomaterialien

Multivalente Systeme, wie zum Beispiel Glykopolymerbürsten und Neo-Glykoproteine, werden dazu benutzt, um gezielt Galektine und/oder Toxine zu adressieren (Diagnostik, Imaging).

Galektine gehören zu einer Lektin-Untergruppe, die spezifisch Glykane mit β-glykosidisch verknüpfter Galaktose (z.B. N-Acetyllactosamin) erkennt. Galektine besitzen mindestens eine globulär gefaltete Kohlenhydrate-Bindedomäne (CRD). Die wichtigsten Vertreter sind Galektin‑1 (Gal‑1) und Galektin‑3 (Gal‑3). Prototyp Gal‑1 enthält zwei identische CRDs, wohingegen Gal‑3 mithilfe einer N-terminalen Domäne befähigt ist polyvalente Aggregate (bis zum Pentamer) zu formen. Sowohl Gal‑1 und Gal‑3 erfüllen wichtige Funktionen bei Zell-Zell- und Zell-Matrix-Interaktionen und beeinflussen daher die Zelladhäsion und -migration, sind aber ebenfalls bei Immunantworten und Inflammationsereignissen beteiligt.

Clostridium difficile ist ein Krankenhauskeim, welcher das sog. Enterotoxin A (TcdA) ausscheidet. TcdA lagert sich an im Darm befindliche Epithelzellen an, wird endozytiert und unterbindet eine intrazelluläre Signalkaskade, was zu Läsionen im Darmepithel (Diarrhoe) führt. Die Zellanlagerung wird durch eine Lektin-Glykan Interaktion vermittelt. Wässrige Mikrogele mit Glykan-Einschlüssen und Neo-Glykoproteine werden zur Untersuchung der Spezifität und Bindungsverhalten von TcdA verwendet.